Wie können wir die Öffentlichkeit erreichen?
Jede Gruppe von Menschen, die neue Ideen vorstellen, und die traditionellen Arten, Dinge zu erledigen herausfordern, oder für Veränderung sorgen möchte, wird sich irgendwann die zentrale Frage stellen müssen: Wie können wir die Menschen erreichen, die wir davon überzeugen müssen, sich unserer Bewegung anzuschließen?
Das gesprochene Wort ist, und wird es auch immer sein, eine der machtvollen und effektivsten Arten, Ideen auszutauschen. Dies gilt unabhängig davon, ob es in Form eines persönlichen Gespräches, einer Diskussion oder eines Meetings ist, oder ob es eine Rede ist, die in einem Saal oder im Freien gehalten wird, oder ob es eine Übertragung oder Aufnahme ist. Das Sprechen erhält gerade durch den wechselseitigen Austausch eine besondere Wirkung. Ein guter politischer Organisator verbringt genau so viel Zeit damit, anderen zuzuhören, wie damit, selbst zu sprechen. Dies gilt sowohl für Politiker als auch Wahlhelfer, die von Tür zu Tür gehen, oder Gewerkschaftsarbeiter, die versuchen, Arbeiter einer nach dem anderen zu überreden, einer Gewerkschaft beizutreten, oder ein Gemeindeaktivist, der bestrebt, die Bewohner über die Gefahr, der ihre Umgebung ausgesetzt ist, zu informieren.
Das Problem mit persönlichen Gesprächen ist aber, dass sie zeitaufwändig sind. Wenn die Anzahl der Aktivisten klein ist, und die Anzahl der potenziellen Unterstützer groß, dann werden auch andere Wege benötigt, um die Botschaft zu verbreiten.
Aufnahme- und Übertragungstechnologien ermöglichen es, wesentlich größere Zielgruppen zu erreichen. Sie eignen sich gut, um das gesprochene Wort zu verbreiten, und sie können darüber hinaus noch einiges tun, um eine Botschaft zu verbreiten, da sie Musik, Film und Video, und eine große Anzahl von weiteren Arten beinhalten können, Kommunikation effektiver und mächtiger zu gestalten. Im 20. Jahrhundert entwickelten sich diese Technologien rasch, und jeder weiterer Ausbau bot Gewerkschaftsarbeitern zusätzliche Möglichkeiten, ihre Botschaften zu verbreiten. Radio, Film, Fernsehen, Aufzeichnungen, Tonaufnahmen, CDs wurden allesamt das Handwerkzeug des Aktivisten, als sie hervorgingen.
Der Druck, welcher in beinahe endloser Reihe von Formaten vorkommt, darunter Bücher, Zeitungen, Flugblätter, Karten, Sticker, Flyer, Poster, Schilder – ist seit Jahrzehnten essenziell.
Öffentliche Versammlungen, also Demonstrationen, Märsche, Paraden und Kundgebungen, waren schon immer ein mächtiges Mittel für Aktivisten, ihre Forderungen mit der Öffentlichkeit zu teilen. Zu solchen Veranstaltungen gehören möglicherweise Banner, Schilder, Parolen, Reden, Musik und andere Arten, Proteste sichtbar und hörbar zu machen dazu. Doch der Kern, der vermittelt wird, ist, dass eine große Gruppe von Menschen durch ihre Anwesenheit ihre starke Meinung zu einem Thema von öffentlichem Interesse verkündet.
Die Kreativität und Vielfalt von Bewegungen, die nach Veränderung streben, haben zur Folge, dass es keine Übersicht gibt, die alle verschiedenen Arten, mit ihrer Zielgruppe zu kommunizieren, decken kann. Innovative Beispiele reichen von Botschaften an öffentlichen Orten, wie Wandmalereien und Graffiti, bis hin zu kleinen, aber auffälligen Artikeln, wie T-Shirts, Hüte, Armbänder und politische Anstecker.
Die online Ausstellung „Soziale Bewegungen und ihre Medien“ umfasst auch Beispiele von diesen Arten.
