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Wir haben etwas zu sagen. Aber wie können wir es tun?

Also hatte ich das Gefühl, dass ich etwas sagen müsste. Es gab Tode…Tode durch Ärzte…Tode durch das  Gesundheitssystem. Gesundheitssystem! Ich sollte ergänzen, dass das kaltherzige Gesundheitssystem meine Priorität ist. Ich muss es tun. Ich finde nicht, dass es eine Wahl ist. Ich fühle mich verpflichtet. Ich finde, es ist eine moralische Verpflichtung, sich gegen Misshandlung auszusprechen.

– Don Weitz

Don Weitz (1930-2021) war sein ganzes Leben lang ein Aktivist. Er wurde in Cleveland geboren, jedoch verbrachte er den Großteil seines Lebens in Toronto. Das Zitat stammt aus einem Interview, welches er für Connexions Archiv für mündliche Geschichte gab.

Eine Frau steht mit Flaschen palästinensischen Olivenöls hinter einem Verkaufstisch im Freien und unterhält sich mit einer anderen Frau.

Fairtrade-Olivenöl aus Palästina verkaufen: Eine Form des „nachhaltigen Aktivismus”, die palästinensischen Farmen mit dringend benötigtem Einkommen versorgt und gleichzeitig Aktivisten Möglichkeiten bietet, um mit Mitlgiedern der Öffentlichkeit über die Situation der Palästinenser zu reden.

Wenn Menschen sich zusammentun, um eine Veränderung zu bezwecken, ist eine der ersten Angelegenheiten, die sie klären müssen, wie sie denn ihre Botschaften denen überbringen sollen, die sie erreichen wollen.

Der älteste Ansatz, und dennoch einer der effektivsten, ist es, einfach mit Menschen zu sprechen. Der legendäre Gewerkschafts-Organisator Cesar Chavez sagte einst: „Der einzige Weg, der mir bekannt ist, Gewerkschaftsarbeit zu leisten, ist, mit einer Person zu sprechen, und dann mit einer weiteren und dann mit einer weiteren.“ Miteinander zu reden, vor allem in Form eines Dialoges oder einer kleinen Gruppe, ist so wertvoll, da es die Möglichkeit schafft, Ideen und Perspektiven auszutauschen, sodass ein neues gemeinsames Verständnis entstehen kann. Man erfährt, ob das, was man den anderen erzählt, überhaupt Sinn ergibt. Man lernt, dass, wenn man sich in der Fachsprache und nicht in der Sprache der gewöhnlichen Menschen äußert, man nicht verstanden wird und sich kein Gehör verschafft. Erfahrene Gewerkschafts-Organisatoren sagen, dass die wichtigste Fertigkeit in dem Zuhören besteht.

Jedoch ist es sehr zeitaufwändig, sich mit anderen Menschen individuell oder in kleinen Gruppen zu unterhalten. Es ist außerdem nur möglich, wenn die Menschen, die man erreichen will, sich in der Nähe befinden. In dem größten Teil der kanadischen Geschichte war es aber so, dass politische Organisatoren (engl. organizers) und Kandidaten ihre Ideen verbreiteten und Menschen für ihr Anliegen begeisterten, indem sie öffentliche Reden hielten und dann an einen anderen Ort reisten, um dort mit einer Gruppe von Menschen zu sprechen und abermals an einen anderen Ort reisten, um dort mit einer Gruppe von Menschen zu sprechen. Die Redner dozierten in Sälen und großen Zelten, oder sie standen auf einem Wagen, LKW oder Traktor. Bevor die Mikrofone entwickelt wurden, war es eine unerlässliche Fertigkeit von politischen Rednern, so zu sprechen, dass ihre Stimme auch über dem Lärm des Publikums und den Zwischenrufen hinweg hörbar war.

Gesprochene Worte sind aber vergänglich, unabhängig davon, wie sie übermittelt werden. Und diejenigen, die sie hören können, geben das Gesagte denen, die nicht anwesend waren, im besten Fall nur fehlerhaft weiter.

Wenn wir über „Soziale Bewegungen und ihre Medien“ sprechen, meinen wir auch den zunehmenden Nutzen von nachhaltigen Mitteln von Kommunikation.

Ein grosses Banner mit den Wörtern „Mass Hunger Clinic to Raise Welfare and Disability Rates“ (Massen-Hungerklinik, um die Sozialhilfe- und Behindertenraten zu erhöhen) vor dem Parlament von Ontario. Zwei Menschen sitzen an einem Informationstisch. Andere Menschen stehen in einer Reihe oder sind in ein Gespräch verwickelt.

Massen-Hungerkliniken von der Ontario Coalition Against Poverty (Ontario Koalition gegen Armut) organisiert, in denen Menschen, die Sozialhilfe oder Leistungen bei Behinderung beziehen, mit anderen Menschen, welche sich ähnlichen Situationen befinden, sprechen, und sich über kollektives Handeln unterhalten können.