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Am Anfang war das Wort – und die Druckerpresse

Wenn Worte gedruckt oder aufgenommen werden, haben sie eventuell eine nachhaltigere Wirkung. Gedrucktes Material kann weitergegeben und geteilt werden, und damit die Anzahl der Menschen, die es erreicht, um ein Vielfaches vergrößern.

Seitdem in Europa um 1400 die Druckerpressen, welche bewegliche Lettern nutzten, hervorgingen, nimmt das Drucken eine essenzielle Rolle in dem Austausch von Ideen, in der Unterstützung der bestehenden Gesellschaftsordnung und vor allem im Kampf um Veränderung ein.

Die erste Druckerpresse wurde im Jahr 1751 nach Kanada gebracht. Sie wurde genutzt, um Kanadas erste Zeitung, die Halifax Gazette, zu veröffentlichen. Die ersten Zeitungen wurden einerseits gegründet, um „Nachrichten“ zu berichten, andererseits, um die Meinung des Herausgebers voranzutreiben. Gelegentlich beeinflussten sie die politischen Meinungen enorm. Zu bekannten Beispielen aus dem 19. Jahrhundert gehören die Zeitungen Le Canadien, die erstmals in Quebec im Jahr 1806 erschien, William Lyon Mackenzies Colonial Advocate, welche in den 1820ern und 30ern in Oberkanada veröffentlicht wurde und Mary Ann Shadds Provincial Freeman, die in den 1850ern veröffentlicht wurde.

Eine Collage von vier überschneidenden  Titelseiten radikaler Zeitungen: the Western Clarion, the Provincial Freeman und zwei Seiten vom the Colonial Advocate.

Eine Kollage bestehend aus vier sich überschneidenden Titelseiten von radikalen Zeitungen aus den 1800er und frühen 1900er Jahren

Die ersten Zeitungen wurden sehr dicht bedruckt, denn das Drucken war teuer, also war es sinnvoll, so viele Wörter wie möglich auf eine Seite zu packen. Jedoch wurde es in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch Fortschritte in der Drucktechnologie, Grafik und Fotografie möglich, illustrierte Zeitschriften zu erstellen. Die Herausgeber von Zeitungen und beliebten Zeitschriften bemerkten bereits früh, dass Leser eher dazu neigten, ihre Werke zu kaufen, wenn sie illustriert waren.

Neben Kunst und Fotografien, veröffentlichten Zeitungen und beliebten Zeitungen recht häufig Karikaturen, die politische Sachverhalte auf eine einfache und interessante Art kommentierten. Radikale Zeitungen hatten ihre eigenen Karikaturisten, die eine kritische Ansicht präsentierten, die sich oft von den gängigen Veröffentlichungen unterschied. Karikaturen können daher als eine Art von Medien betrachtet werden.

Ein rot-metallischer Briefkasten im alten Stil mit einem moderneren Logo der Canada Post obendrauf. Auf der Vorderseite befindet sich eine blaue Klappe mit der Aufschrift „Letters“ auf Englisch und „Lettres“ auf Französisch. Unter der Klappe ist eine kunstvolle Gravur eines Wappens, eines schwarzen Schlossdeckels und der Schrift: Kanada.

Briefkästen, die es an vielen Straßenecken gab, waren ein zentrales Mittel für Aktivisten, um ihre Botschafzten zu kommunizieren.

Sobald ein Werk produziert wurde, musste es an die Leser verteilt werden. Viele Jahrzehnte lang, und bis heute, war die Post der Hauptweg, um Zeitschriften aller Art, also auch linke und alternative Werke, zu verbreiten. Aktivisten nutzen jedoch auch andere Methoden, um ihre Zeitschriften zu verteilen, beispielsweise, indem sie diese verkauften oder vor Werkstoren, an Streikposten und Straßenecken aushändigten. Sie hofften, dass immerhin ein paar von denen, die eine Ausgabe erhalten hatten, die Zeitung abonnieren würden.

Über den wesentlichen Wegen, Soziale Bewegungen und ihre Medien hinaus, haben Aktivisten eine fast schon endlose Anzahl an Möglichkeiten, ihre Nachrichten auszutauschen, genutzt. Diese reichen von Streikposten zu Theateraufführen, Puppentheatern, dem Singen in der Öffentlichkeit, Flaggen, hausgemachten Schildern, Spielen, Wandmalereien und Graffiti. Diese Ausstellung erforscht auch einige dieser vielfältigen Methoden der Kommunikation.