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Aktivismus auf Sendung

Piratenfunk

Der Begriff „Piratenfunk” bezieht sich auf kleinere Radiosender, die in einem begrenzten Bereich ausstrahlen, obwohl sie keine Lizenz dafür haben.

Die bekanntesten Radiosender wurden in Europa betrieben (manchmal auf einem Schiff in internationalen Gewässern, um nationalen Behörden zu umgehen), aber einige entstanden auch in Kanada.

Der CFTL (96,7 FM und 6,045 MHz Kurzwelle) arbeitete von 1969 bis 1971 am Westende von Montreal und entkam Versuchen, seiner Arbeit ein Ende zu setzen, indem er seinen Standort wechselte. Er betrieb seinen eigenen Übertragungswagen, akzeptierte Werbungen und war unter 16- bis 24-jährigen beliebt. Der Studiostandort wurde nie offiziell bestimmt, aber die Radiostation wurde stillgelegt, wenn föderale Behörden, die für den Rundfunk zuständig waren, es schafften, seine Sender in einem Aufzugsschacht in einem Hochhaus zu finden.

Rochdale, der Wohnsitz der Gegenkultur in der Innenstadt Torontos, hatte einen Piratensender in den späten 1960er/frühen 1970er Jahren, der CRUD hieß. Der kanadische Regulierer für Telekommunikation und Rundfunk (CRTC) versuchte mehrere Male, die Radiostation zu schließen, doch scheiterte an dem Erfolg des Personals darin, geheim zu halten, wo der Sender war.

Es existierten in Kanada mehrere indigene Radiosender, die ohne Lizenz arbeiteten. Der CKHQ-FM (Kanehsatake United Voices Radio: 101,7 FM) war früher lizensiert, aber verlor seine Lizenz, als er aufhörte, auszustrahlen und begann damit, als Piratensender ohne Lizenz auszustrahlen.

CKON-FM (97,3 MHz FM) übertraget von Akwesasne aus – eine indigene Gemeinschaft, die die kanadisch-amerikanische Grenze und die Quebec-Ontario Grenze überbrückt. Sie arbeitet in einem Gebäude, das gezielt gebaut wurde, um die Grenze zu überbrücken. Der Sender kann sich bei den amerikanischen Behörden als einen kanadischen Sender ausgeben und bei kanadischen Behörden als einen amerikanischen Sender.

 

Das Logo von 97.3 CKON (ein kanadischer Radiosender) beinhaltet ein Notensystem mit verschiedenen Noten. Über dem Notensystem steht der Titel des Radiosenders: 97.3 FM CKON. Unter dem Notensystem befindet sich der Text: „Live & Local. Akwesasne Mohawk Radio“.

Logo vom kanadischen Radiosender CKON-FM.

Community-TV

Ein blassgelber Umschlag des Buches „The Barefoot Channel“ (Der Barfuß Kanal) von Kim Goldberg mit einer Zeichnung von übereinander gestapelten Fernsehern, mit schwarzem Text.

Der “Barefoot Channel” (Barfuss Kanal) beschreibt, wie man durch gemeinschaftliche Fernsehsender aus der Gegend seine Botschaften kommunizieren kann.

Seit Mitte der 1960er Jahre wurde das Kabelfernsehen zu einem zunehmend wichtigen Teil des kanadischen Rundfunks. Um das Jahr 1972 gab es mehr als 100 Kabelsysteme, die ihren Abonnenten einen Community-Kanal mit vielen verschiedenen Programmen boten. In den ersten Jahren wurde jedes Programm, welches auch immer im Community-TV ausgestrahlt wurde, von örtlichen Gruppen und Künstlern bereitgestellt. Bloß 25% wurde vom Sender selbst produziert. Das von der Gemeinschaft produzierte Programm konnte hinsichtlich seiner Qualität stark variieren, aber dafür schuf es eine größere Vielfalt der Inhalte, welche die Gemeinschaft eher spiegelten. Aktivistengruppen machten oft Gebrauch vom Kabelfernsehen, um ihre Botschaften der Gemeinschaft zu vermitteln.