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Der Druck

Eine Holzkiste enthält flache, rechteckige Metallblöcke dieses Typs sowie Illustrationen, die benutzt werden, um eine Ausgabe der Zeitung „The Fisherman's Advocate“ aus Port Union, Neufundland, zu drucken.

Setzkasten, der zum Drucken der „The Fisherman’s Advocate“ Zeitung in Port Union, Neufundland genutzt wurde.

Der Druck, der zu einer fast schon unendlichen Auswahl an Formaten führte – Zeitungen, Broschüren, Magazine, Aufklebern, Flugblätter, Plakate, Karten, Schilder – spielt seit Jahrhunderten eine bedeutsame Rolle in der Kommunikation von politischen Botschaften.

Es gibt viele Wege, Tinte auf Papier zu bringen. Manche sind kompliziert und teuer; sie erfordern, dass die Organisation, die sie nutzen möchte, die Dienstleistungen einer professionellen Druckerei in Anspruch nimmt. Jedoch gibt es – und gab es – einfachere und günstigere Optionen, die Menschen mit moderaten Ressourcen sowie einem gewissen Grad an Einfallsreichtum zugänglich sind.

Zur Vielseitigkeit vom Druck gehört auch seine Fähigkeit, neben Papier auf einer großen Auswahl an Medien anwendbar zu sein darunter: Stoff, Holz und Plastik. Drucktechniken wurden in Korea und China bereits jahrhundertelang für die dekorativen Künste genutzt, allerdings waren es die Erfindungen von Johannes Gutenberg in den 1450er Jahren, die das Drucken revolutionierten. Die beweglichen Lettern konnten hierdurch massenproduziert werden, sodass mit den einzelnen Stückzahlen ganze Bücher gedruckt werden konnten. Bedeutsam sind zudem seine Erfindungen der mechanischen Druckerpresse und der Tinte auf Ölbasis.

Die religiösen und politischen Umbrüche, die in den frühen 1500er Jahren in Europa ausbrachen, wurden möglicherweise nicht von der Druckerpresse verursacht, doch war es die Druckerpresse, die sie ermöglicht hatte. Minderheitsmeinungen, die zuvor nur mündlich miteinander geteilt werden konnten, konnten nun gedruckt und in großen Mengen verbreitet werden. In den nächsten Jahrhunderten wurden religiöse und politische Debatten mit konkurrierenden Flugblättern und Einblattdrucken ausgefochten, die eine breites Lesepublikum erreichten.

Diese Verbindung von Druck und politischer Arbeit überquerte den Atlantik zu den britischen Kolonien in Nordamerika. Ein frühes Beispiel in Upper Canada, wie es damals hieß, war William Lyon Mackenzies Zeitung The Colonial Advocate, die ihre Veröffentlichungen im Jahr 1824 begann, und die die regierende „Family Compact“, kritisch beäugte. Mackenzies knallharte Leitartikel erzürnte Mitglieder der Family Compact, sodass sie im Jahr 1826 in den Räumlichkeiten der Zeitung einbrachen, das Büro verwüsteten und die Lettern, die zum Drucken der Zeitung genutzt wurden, in den Lake Ontario warfen. Folglich verklagte Mackenzie die Verbrecher. Er gewann den Prozess und die Geschworenen bewilligten ihm einen Schadenersatz, mit dem er sich eine neue Druckerpresse kaufte.

Ein Druckmaschinenbediener, der an den Bedienelementen einer großen Web-Offset-Presse steht, lächelt in die Kamera, während ein durchgehendes Blatt frisch gedruckter Zeitungen aus der Presse rollt. Unten links sind individuelle Exemplare derselben Zeitung sichtbar, nachdem sie geschnitten und gefaltet wurden.

Drucken einer Lokalzeitung mit einer Rollenoffsetdruckmaschine (1980).

Da kleine Gruppen von Aktivisten grundsätzlich nicht über die Ressourcen verfügten, eine eigene Druckerpresse zu kaufen und zu betreiben, waren sie auf gewerbliche Druckereien angewiesen, um ihre Veröffentlichungen zu produzieren. Aufgrund der dadurch entstehenden Kosten sowie der Gefahr, dass die Druckerei sich weigern könnte, eine Veröffentlichung zu drucken, deren politischen Inhalten sie nicht zustimme, kauften Aktivistengruppe, die dafür Geld sammeln konnten, eine kleine Schablonendruckpresse oder ein Mimeograph, welches sie selbst betreiben konnten. Die Qualität dieser Maschinen war bei Weitem nicht so gut wie die einer professionellen Druckerpresse. Ihr Drucklauf war begrenzt und reichte gewöhnlich für höchstens ein paar Hundert Kopien. Allerdings konnten sie in einem Hinterzimmer oder Keller betrieben werden, und manche von ihnen waren handbetreiben, sodass sie nicht einmal Strom benötigten. Die Schablonen konnten mit einer Schreibmaschine erstellt werden.

In den 1960er und 70er Jahren ging eine Vielzahl von Druckereien hervor, die gegründet wurden, um Aktivistengruppen mit Druckdienstleistungen und dem Zugang zu verwandten grafischen Künsten zur Verfügung zu stellen. Diese gemeinnützigen Druckereien waren zumeist Mitarbeiterunternehmen und wurden zum Standbein für gedruckte Publikationen von Aktivisten.